Angaben zur Person: Lisa Zanolla-Kronenberg ist Unternehmerin, verheiratet und Mutter von zwei Töchtern. Sie kandidiert für den Nationalrat. Mit der Vereinigung Pro Luzern unterhält sie sich über ihren Beruf, Familie, Werte und wie sie sich im Nationalrat für die Bürger des Kantons Luzern einsetzen will.

 

Pro Luzern: Frau Zanolla, Sie machen sich für unsere Familien stark und haben Unterschriften für die Familieninitiative gesammelt, die Eltern, die ihre Kinder selber grossziehen, entlasten soll. Warum setzen Sie sich so stark für unsere Familien ein?

 

Lisa Zanolla: Als Kind habe ich es genossen, dass meine Mutter Zeit für meine Brüder, meine Schwester und mich hatte. Wir konnten im Familienkreis essen, meine Mutter hat uns bei den Hausaufgaben und alltäglichen Sorgen helfen können, sie hatte und nahm sich Zeit für uns. Ich durfte damit eine schöne Kindheit und Jugendzeit erleben. Dafür bin ich sehr dankbar. Heutzutage ist dies nicht mehr selbstverständlich. Viele Familien sind auf ein zweites Einkommen angewiesen. Aber gerade deshalb setze ich mich für Familien ein, die ihre Kinder bewusst selber erziehen und damit auf Geld verzichten. Sie sollen nicht auch noch finanziell benachteiligt werden.

 

PL: Sie sind verheiratet und haben zwei Töchter. Gleichzeitig führen Sie mit Ihrem Mann ein Familienunternehmen. Wie bringen Sie diese verschiedenen Ansprüche unter einen Hut? Ist dies nicht eine Gratwanderung?

 

LZ: Doch, meine Familie und die Aufgaben als Unternehmerin sind wirklich nicht immer einfach zusammenzubringen. Es kommt durchaus vor, dass wir im Geschäft wahnsinnig viel zu tun haben und ich dann nicht die Zeit für meine Töchter aufbringen kann, die ich möchte. Glücklicherweise kann ich einige Arbeiten auch von Zuhause aus erledigen. So schaffe ich uns immer wieder Freiräume. Und wenn ich Zeit für meine Töchter habe, dann nutzen wir sie auch intensiv. Es ist mir auch sehr wichtig, dass mindestens einmal am Tag die ganze Familie zusammenkommt, gemeinsam isst und sich austauschen kann. 

 

PL: Erziehung und Familienleben bedeuten das Vermitteln von Werten. Welche Werte sind Ihnen wichtig und wie vermitteln Sie diese Ihren Kindern?

 

LZ: Es braucht nicht viele Worte und ein grosses Tamtam um Werte zu vermitteln, es braucht Prinzipien. Ich orientiere mich nach den zehn Geboten. Das heisst, dass ich meinen Töchtern vorlebe, dass sie älteren Menschen respektvoll begegnen, sie fremdes Eigentum achten und nicht lügen. Es ist mir überhaupt sehr wichtig, dass meine Töchter wissen, dass sie meinem Mann und mir immer alles erzählen können, auch wenn mal etwas Schlimmes passiert ist. Innerhalb der Familie geht es um Vertrauen. Und das versuche ich jeden Tag meinen Kindern weiterzugeben.

 

Als Unternehmerin ist es mir auch sehr wichtig, dass neben den sozialen auch unternehmerische Werte weitergegeben werden. Dazu gehören für mich Eigenverantwortung, Sparsamkeit und Disziplin. Ich fördere meine Töchter, fordere aber auch viel von Ihnen. Sie sollen als Erwachsene mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und sich in ihrem Leben orientieren können.

 

PL: Diese Werte kommen langsam wieder in Mode, nachdem sie jahrzehntelang als autoritär und entsetzlich konservativ verschrien wurden. Was meinen Sie dazu?

 

LZ: Ich wurde ebenfalls konservativ erzogen, geschadet hat es mir nicht. Im Gegenteil! Ich fand darin Orientierung und habe gelernt, wie ich meinen Mitmenschen anständig begegnen kann. Dafür bin ich meinen Eltern heute noch dankbar. Es ist klar, dass ich mir als Kind teilweise mehr Freiheiten gewünscht hätte. Aber eine antiautoritäre Erziehung, in der die Kinder machen können, was sie wollen, führt zu Egoismus. Sie lernen gar nicht mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Da steht die Durchsetzung des eigenen Willens – ohne Rücksicht auf die Mitmenschen – im Mittelpunkt. Ich sehe in der steigenden Jugendkriminalität und Gewaltbereitschaft das Fehlen von klaren Werten und Regeln in der Kindheit. Hier dürfen wir nicht einfach die Hände in den Schoss legen und zuschauen. Wir müssen uns einsetzen, auch wenn es nicht einfach ist!

PL: Sie waren im Komitee der Petition Kruzifix bleibt. Sind Kreuze und Kruzifixe Bestandteil dieser Werte, die Sie vermitteln wollen? Wie kamen Sie zu diesem Engagement?

 

LZ: Unser Menschenbild, Werteverständnis, Staatsaufbau und sogar unsere Gesetzgebung baut auf dem Fundament der christlichen Werte auf. Kreuze und Kruzifixe sind Symbole dieser christlichen Werte. Und darum war für mich klar, dass ich mich mit Freude dafür engagiere, dass sie auch in Zukunft Platz in unserer Gesellschaft haben. Ich will nicht, dass wir uns zu einer Gesellschaft entwickeln, die ihre Wurzeln verleugnet. Es ist schliesslich auch kein Zufall, dass in unserer Fahne auf rotem Grund ein weisses Kreuz ist.

 

PL: Sie kandidieren im Herbst für den Nationalrat. Die politischen Diskussionen sind mitunter recht hart. Warum engagieren Sie sich politisch? Was ist Ihre Motivation dazu?

 

LZ: Die politischen Auseinandersetzungen können schon sehr hart sein. Ich bin mich als Unternehmerin aber gewohnt auch gegen Widerstände meine Ziele zu erreichen. Darum scheue ich die Auseinandersetzungen nicht. Ich will, dass der Staat den Bürgern, Gewerblern und Landwirten die unternehmerischen Freiheiten lässt. Ich sehe ja, wie viel Zeit ich für Dinge aufwende, die niemandem etwas bringen, von der Verwaltung aber verlangt werden. Das kann nicht sein. Der Staat muss den Menschen in unserem Land die Freiheit lassen, damit sie selber für ihren Lebensunterhalt aufkommen können. Immer häufiger bekomme ich den Eindruck, dass genau dies verhindert wird. Dagegen werde ich mich vehement zur Wehr setzen. Meine Motivation für mein Engagement ist, wenn ich erkenne, dass sich meine Bemühungen ausbezahlt haben und ich mehr Freiheiten für die Bürger unseres Kantons, das Gewerbe und die Landwirtschaft erkämpfen konnte. Wir brauchen in unserem Kanton Gestalter und keine Verhinderer!

 

PL: Um gewählt zu werden, benötigen Sie sehr viele Stimmen. Die Bürger des Kantons Luzern, die Ihnen ihre Stimme geben, setzen viel Vertrauen in Sie. Wenn Sie gewählt werden, wie werden Sie sich dafür beim Bürger erkenntlich zeigen? 

 

LZ: Das Vertrauen, das mir immer wieder entgegengebracht wird, erachte ich nicht als selbstverständlich. Für mich ist es vor allem auch Verpflichtung und Verantwortung. Ich bin verpflichtet dem Vertrauen gerecht zu werden und übernehme dafür gerne die Verantwortung. Dazu gehört, dass ich mir und meinen Zielen treu bleibe und ich mich zusammen mit den Bürgern unseres Kantons für unsere Freiheit, Werte und Eigenverantwortung einsetze.

 

PL: Möchten Sie uns an dieser Stelle noch etwas Persönliches mitteilen?

 

LZ: Ich freue mich, auf einen engagierten Wahlkampf. Vor allem bedanke ich mich bei allen, die mich unterstützen und auf diesem Weg begleiten. Dazu gehören meine Familie, meine Partei, die SVP, mein Unterstützungskomitee und alle Bürger, die mir ihr Vertrauen entgegenbringen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

 

PL: Frau Zanolla, wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Nationalratswahlkampf.

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