Es ist ja nie verboten, die Fehler Anderer zu wiederholen.

So waren Grossfusionen in der Wirtschaft einmal gross in Mode. Man erhoffte sich Skaleneffekte und mehr Marktmacht. Herausgekommen ist, dass die Zusammenführung von zwei unterschiedlichen Kulturen vor allem eins brachten: Interessensgerangel, Postenschacher, Identitätsverlust und eine aufgeblähte Bürokratie. Die sog. Synergieeffekte und ein stärkere Marktmacht durch schiere Grösse erwiesen sich oft als grössenwahnsinnige Hirngespinste oder haben im besten Falle nur ein Bruchteil des Erhofften gebracht.

Die Regierenden in Kanton und Stadt Luzern glauben aber ernsthaft immer noch, dass Grösse gleich Stärke ist. Man werde mehr Einfluss in Bern haben und der Standort Luzern werde wirtschaftlich gestärkt. Ein Gross-Luzern ist aber weder im Interesse der einzelnen Gemeinden noch der Bevölkerung, noch für den Zusammenhalt des Kantons. Man rede doch einmal mit Gemeindevertretern auf dem Land. Dort ist die Skepsis gegen ein Gross-Luzern weit verbreitet. Die meisten Agglomerationsgemeinden sind nun zum Schluss gekommen, dass sie in Selbstbestimmung ihre Probleme selber besser lösen können (bzw. sich nicht noch neue aufhalsen wollen - der Strassenstrich zum Beispiel wäre doch in Kriens oder Emmen viel besser aufgehoben...) und selber stark genug sind und sich nicht in die Arme eines vermeintlich Stärkeren flüchten müssen. Denn es hat sich langsam herumgesprochen, das die Stadt Luzern selber in grossen finanziellen Schwierigkeiten steckt und die Stadt gar nicht in der Lage wäre, die neu hinzugekommenen grossen finanziellen und strukturellen Probleme zu lösen (z.B. die von Emmen). In einem Gross-Luzern wäre dann auch der momentane Steuerfuss von 1,75 Einheiten nicht mehr zu halten, Steuererhöhungen wären die unvermeidliche Konsequenz. Und gerade damit, mit den tieferen Steuersätzen, wird ja für ein Gross-Luzern geworben. Ein Gross-Luzern hätte vor allem einen Effekt: Die Verbauung auch noch der letzten Wiese und des letzten grünen Hügels ginge noch schneller voran. Das kann uns allen, welche eine lebenswerte, noch erkennbare Heimat wollen, und nicht einfach ein hässlicher gesichtsloser Siedlungsbrei, der überdies von Leuten dirigiert würde, die wir gar nicht mehr persönlich kennen, nicht egal sein.

 

Lisa Zanolla-Kronenberg

Nationalratskandidatin

Vizepräsidentin der SVP Stadt Luzern

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